Homeoffice – holt mich hier raus – was Managern gerade durch den Kopf schießt

Die Corona Krise hat uns immer noch fest im Griff und ein schnelles Ende ist nicht in Sicht. Wir haben Mäuschen gespielt und bringen zur Sprache, was so mancher Leader denkt, aber nicht auszusprechen wagt. Lächeln bei der Lektüre ausdrücklich erlaubt.

Die ersten Woche Homeoffice sind vergangen und schon wird für viele Manager klar: „Das ist nichts für mich!“ Kein eigenes Office daheim, Meetings am Wickeltisch oder Kinderspielplatz, Kinder quengeln, Frauen bitten zum Abwasch und shared leadership bei der Hausaufgabenbetreuung – ein Alptraum wird wahr.

Maulende Pubertierende am Mittagstisch, statt strategischen Staub aufzuwirbeln nun Hausstaub entfernen. Statt Partystimmung am Kickertisch, Konfliktgespräche am Küchentisch.

Statt Aufgaben delegieren nun wohlgemeinte Fragen „hättest Du nicht Lust den Keller aufzuräumen“? abwehren.

Statt wichtiger Dienstreise nun zur Müllkippe fahren, statt Lego Serious Play im Lab bauen nun Legotürme im Kinderzimmer bauen. Alles gut und schön, aber muss das gleich 3 Wochen oder noch länger sein?

Und überhaupt: „Wer nimmt mich hier ernst? Wer respektiert, dass ich es gewohnt bin zu managen und nicht zum Hausmann mutieren will?“, fragt sich der gestresste Manager.

Statt Mitarbeitergespräche führen nun Beziehungsgespräche mit der Partnerin. War man gestern noch Feedbackgeber, bekommt man heute Feedback zum Abwasch („Du, das sind  Streifen auf den Gläsern…“) Wo gestern noch die Beziehung glatt lief, dank weniger gemeinsamer Stunden ist der Beziehungsmarathon nun auf die Probe gestellt.


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Fragen über Fragen:

Was ist nun Homeoffice, was Arbeit, was ist privat- wie kann ich mich abgrenzen, wo eine Nische der Ruhe und des Nachdenkens finden, wenn die Wohnung doch eigentlich nur für das Wohnen und nicht das Arbeiten geschaffen ist?

Hinzu kommen Mitarbeiter, die nun virtuell geführt werden wollen. Aber wie soll das denn gehen? Ständig virtuelle Meeetings, gähnende Ruhe bei Fragen. Mitarbeiter, die sich hinter einem Avatar verstecken, statt ihr Antlitz im heimischen Homeoffice zu zeigen, Technik, die nicht klappt oder dank schlechter Infrastruktur erst gar nicht die Verbindung aufnimmt? Stress pur!

Stress erzeugt aber auch, dass Mitarbeiter zunehmend ohne mich auskommen, keine Fragen stellen, sich selbst organisieren – was soll ich nun tun? Wie soll ich sie nur kontrollieren, wie soll ich hier den Überblick bewahren?

Und plötzlich sind sie da: Selbstzweifel statt Starallüren. Statt Leadership ist da nur Langeweile: Was mache ich mit meiner Zeit? Was ist mein Mehrwert?  Kein Meeting ruft, keine Konferenz um seinesgleichen zutreffen, kein Mitarbeiter, der reinkommt.

Was nun? Endlich Zeit für strategisches Planen? Endlich Zeit für Leadership? Endlich Zeit für Selbstreflexion? Und wie geht das?

 


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