Weiterbildung 2026: Warum guter Wille allein nicht ausreicht
Die neue TÜV Weiterbildungsstudie 2026 zeigt ein klares Bild. 87 Prozent der Unternehmen halten Weiterbildung für wichtig. Nur 29 Prozent haben dafür eine schriftliche Strategie.
Diese Lücke beschäftigt mich seit Jahren. Als Leadership Coach erlebe ich sie in fast jedem Betrieb. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was die Zahlen wirklich bedeuten. Und was Sie als Führungskraft konkret ändern können.
Die Studie zeigt: Wille ja, Strategie nein
Für die TÜV- Weiterbildungsstudie 2026 befragte Forsa 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden zwischen Januar und März 2026.
87 Prozent der Betriebe nennen Qualifizierung wichtig oder sehr wichtig. Vor zwei Jahren waren es noch 93 Prozent. Der Wert sinkt also. Das ist fatal.
Gleichzeitig hält heute jedes achte Unternehmen Weiterbildung für unwichtig. 2024 war es nur jedes zwanzigste. Diese Entwicklung ist ein Weckruf.
Drei von vier Unternehmen öffnen Weiterbildung für alle Mitarbeitenden. 19 Prozent bieten sie nur bestimmten Gruppen an. Der Zugang ist also meist gegeben.
Bei der Strategie sieht es anders aus. Nur 29 Prozent haben eine schriftlich fixierte Weiterbildungsstrategie. Der Rest handelt eher spontan.
Auch beim Budget bleibt Luft nach oben. 65 Prozent der Arbeitgeber zahlen höchstens 1.000 Euro pro Mitarbeiter im Jahr. Die Hälfte der Betriebe reserviert jährlich nur drei bis fünf Weiterbildungstage.
KI-Kompetenzen holen auf, aber langsam
Ein Bereich verändert sich sichtbar. 27 Prozent der Unternehmen schulten ihre Beschäftigten bereits im Umgang mit KI. 2024 waren es erst 12 Prozent. Die Zahl verdoppelte sich also.
Trotzdem sehen 45 Prozent der Befragten aktuell keinen Bedarf für KI-Kompetenzen. Wer KI-Tools noch nicht nutzt, unterschätzt oft die kulturelle Seite der Transformation. Wie Unternehmen eine KI-freundliche Unternehmenskultur aufbauen, hab ich in einem eigenen Beitrag beschrieben.
KI ist dabei nur ein Baustein von drei Kompetenzfeldern, die jetzt zählen.
Wer die Qualifizierung der Beschäftigten jetzt vernachlässigt und aufschiebt,verliert Zeit – und damit Handlungsspielraum im Wettbewerb. (Dr. Joachim Bühler Geschäftsführer TÜV-Verband e.V.)
Future Skills als Kompass
Die Studie fragt auch nach künftig wichtigen Kompetenzen. 88 Prozent der Unternehmen nennen soziale Kompetenzen wie Kommunikation und Kreativität.
Für 70 Prozent sind technologische und digitale Kompetenzen zentral, dazu zählen KI-Wissen, Datenkompetenz und Cybersecurity. 59 Prozent nennen zusätzlich transformative Nachhaltigkeitskompetenzen.
Diese drei Bereiche zeigen die Prioritäten der kommenden Jahre.
- Soziale und menschliche Kompetenzen, z. B. Kommunikationsfähigkeit, Kreativität, Teamführung
- Technologische und digitale Kompetenzen, z.B. KI- und Datenkompetenzen, Cybersecurity, digitale Zusammenarbeit
- Transformative und nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen, z. B. Innovations- und Veränderungskompetenz, Green Skills, Lernfähigkeit
Fachwissen allein reicht künftig nicht mehr aus. 88% erachten sozial Komptenzen wie Kommunikationsfähigkeit als wichtige Future Skills.
Nutzen Sie Phasen geringerer Auslastung für strategische Weiterbildungen und Qualifizierungen.
Für Geschäftsführungen und Personalverantwortliche ergibt sich daraus die klare Aufgabe, die vorhandenen Kompetenzen im Unternehmen systematisch zu erheben und weiterzuentwickeln. Wer heute Mitarbeitende gezielt auf zukünftige Anforderungen vorbereitet, ist morgen gut gerüstet für die KI-Welt.
Was das für Sie als Führungskraft bedeutet
Diese Zahlen sind keine abstrakte Statistik. Sie betreffen Ihre Abteilung, Ihr Team, Ihr Unternehmen direkt. Ohne schriftliche Strategie bleibt Weiterbildung Zufall.
Drei Schritte helfen dabei.
- Erstens, Weiterbildung fest in die Unternehmensstrategie einbetten – auch in Krisenzeiten dran bleiben.
- Zweitens, Formate mischen, also Präsenz, Online und Blended Learning kombinieren.
- Drittens, Führungskräfte als Vorbilder positionieren.
Auch die Politik ist gefragt, klare Förderregeln zu schaffen. Der Hebel liegt trotzdem bei den Betrieben selbst.
Gerade Führungskompetenzen wie Teamentwicklung und Konfliktlösung gewinnen an Bedeutung. Welche Kompetenzen Digital Leader dafür konkret brauchen, habe ich in meinem Artikel Digital Leadership: 7 Kompetenzen, die Führungskräfte beherrschen sollten, zusammengefasst.
Strategie schlägt guten Willen
Guter Wille allein reicht nicht aus. Ohne Weiterbildung gibt es keine Qualität, keine Erfolge und keine Motivation.
Wir vom IPA- Team begleiten Unternehmen dabei, Weiterbildung strukturiert aufzubauen. Wir coachen und unterstützen Führungskräfte aller Hierarchieebenen – egal ob Workshop, Training oder Coaching. Sprechen Sie uns gerne an, was für Sie die passende Weiterbildung sein kann. Wer seine technischen KI- Kompetenzen verbessern möchte, findet hier eine Schulungs- Liste, die das Magazin CIO zusammngestellt hat.
Wie sieht die Weiterbildungsstrategie in Ihrem Unternehmen aktuell aus? Schreiben Sie mir gerne, welche Herausforderung Sie dabei am meisten beschäftigt. Ich melde mich persönlich zurück.

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