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Vielfalt statt Rassismus – Haltung zeigen, aber wie?

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und ein heißer Wahlherbst im Osten der Republik steht bevor. Eine Frage treibt mich dabei um: Wie gehen Unternehmen mit Rassismus und Hass um. Dürfen sie sich äußern. Müssen sie es sogar. Oder sollen sie sich zurückhalten.

Vielfalt statt Rassismus – jetzt Haltung zeigen

Ich habe mich dazu bereits 2024 im Podcast der Computerwoche klar geäußert. Meine Haltung bleibt unverändert: Unternehmen prägen Gesellschaft. Unternehmen prägen Kultur. Unternehmen prägen Alltag. Deshalb brauchen sie eine klare Position. Gerade jetzt, da in mehreren Bundesländern wichtige Wahlen bevorstehen und die gesellschaftliche Debatte rauer wird.

Viele Unternehmen und Führungskräfte spüren den Druck. Die Diskussionen werden lauter und hitzigr.Doch Unsicherheit ist kein Grund für Schweigen. führung und

Hier sind meine Thesen für eine zukunftsorientierte Führung und Arbeit. Sie beschreiben, was neue Arbeit stärkt. Sie beschreiben, was Vielfalt möglich macht.

Haltung zeigen: Warum Unternehmen jetzt Klarheit brauchen

Schweigen ist keine neutrale Position. Schweigen wirkt wie Zustimmung. Wer sich nicht klar gegen Rassismus stellt, sendet ein Signal. Mitarbeitende hören es. Kundinnen und Kunden hören es. Bewerberinnen und Bewerber hören es.

Schweigen wirkt wie Zustimmung

Haltung heißt nicht: Parteipolitik. Haltung heißt: Werte benennen. Respekt. Vielfalt. Gleichbehandlung. Ein Miteinander ohne Angst. Ein Arbeitsplatz ohne Abwertung.

Werte benennen statt Parteipolitik betreiben

Aufklären schafft Sicherheit

Vorurteile entstehen oft aus Unwissen. Unternehmen können Wissen schaffen. Durch Trainings. Durch Dialogformate. Durch klare Sprache. Durch Führungskräfte, die Haltung vorleben.

Anlaufstellen für Unternehmen

Viele Unternehmen fragen: Wohin wenden wir uns. Wer unterstützt uns. Wer bietet Orientierung. Es gibt verlässliche Anlaufstellen:

  • Antidiskriminierungsstelle des Bundes – für rechtliche Fragen und Prävention.
  • „Wirtschaft für Vielfalt“ – ein Netzwerk engagierter Unternehmen.
  • „Charta der Vielfalt“ – ein breites Bündnis für Diversity.

Diese Angebote helfen. Sie geben Struktur. Sie geben Sprache. Sie geben Sicherheit.



Demokratie als Wirtschaftsfaktor

Demokratie schafft Stabilität

Demokratie wirkt oft selbstverständlich. Doch sie ist es nicht. Sie ist ein Fundament. Ohne Demokratie kein Rechtsstaat. Ohne Rechtsstaat keine Planungssicherheit. Ohne Planungssicherheit kein wirtschaftlicher Erfolg.

Vielfalt stärkt Innovation

Innovation braucht Offenheit. Wachstum braucht Austausch. Fachkräfte brauchen Sicherheit. Vielfalt braucht Freiheit.

Wahlherbst im Osten: Unternehmen brauchen Orientierung

In vielen Regionen Deutschlands wächst die Sorge. Auch im Osten. Dort stehen wichtige Wahlen bevor. Viele Unternehmen fragen sich: Wie sprechen wir darüber. Wie bleiben wir neutral. Wie bleiben wir klar.

Die Antwort ist einfach: Unternehmen dürfen keine Parteien unterstützen. Unternehmen dürfen aber Demokratie schützen. Das ist kein Wahlkampf. Das ist Verantwortung.

Diversity gemeinsam gestalten: Mitarbeitende als Kulturträger

Haltung entsteht im Alltag

Haltung lässt sich nicht verordnen. Haltung entsteht im Alltag. Haltung entsteht im Team. Haltung entsteht durch Beteiligung.

Strukturen für Beteiligung

Unternehmen können demokratische Strukturen schaffen durch Kulturräte, Diversity Councils, Mitarbeiterforen. Räume für Austausch. Räume für Fragen. Räume für Konflikte.

Echte Beteiligung statt Feigenblatt

Vielfalt und Beteiligung müssen echt sein. Kein Feigenblatt. Keine Maßnahme für die Website. Keine Pflichtübung für den Geschäftsbericht. Wichtig ist aus meiner Sicht: Vielfalt braucht Ressourcen und gute Führung. Auf diese Weise stärken Sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber und  die Zukunft.

Leadership im Wahlherbst

Nutzen Sie die kommenden Wochen für Gespräche mit Ihren Teams. Für Reflexion. Für Fragen, die sonst keinen Platz finden. Sprechen Sie über Vielfalt. Sprechen Sie über Haltung. Sprechen Sie darüber, wofür Ihr Unternehmen steht.

Neue Arbeit braucht Vielfalt. Vielfalt braucht Klarheit. Klarheit beginnt mit dem Mut, hinzuschauen. Mit dem Mut, zuzuhören. Mit dem Mut, Position zu beziehen.

Werte klar benennen und klar sprechen – Zeit zu Handeln

Führung wirkt, wenn Worte eindeutig sind. Nennen Sie Ihre Werte zuerst. Sagen Sie offen, wofür Sie stehen. Sagen Sie klar, was Sie ablehnen. Keine Parteipolitik. Nur Haltung. Nur Verantwortung. Nur Demokratie.

Wie sehen Sie die aktuelle Führungssituation? Was bewegt Sie und Ihr Team?

Ich freue mich auf den Austausch – gerne auch persönlich.


Hi, ich bin Ursula Vranken. Ich teile hier meine Erfahrungen aus mehr als 25 Jahren Beratungstätigkeit. Ich unterstütze Unternehmen, Entscheider und Entscheiderinnen sowie Mitarbeidende, bei der Entwicklung passgenauer Organisations- und Führungsstrategien für die digitale Arbeitswelt. Mein Motto heißt: People first – auch und gerade in KI Zeiten.

Alternative Mitbestimmung: Warum Betriebe die Wahl haben sollten

Muss Mitbestimmung immer über den Betriebsrat laufen? Rechtsanwalt Maximilian Witzel sagt: ja. Ursula Vranken widerspricht, und das aus gutem Grund. Nach mehr als zwei Jahrzehnten in der Begleitung von Veränderungsprozessen ist ihre Überzeugung klar: Alternative Mitbestimmungsmodelle wie der Mitarbeiterrat oder der Belegschaftsausschuss sind keine Schwächung von Arbeitnehmerrechten. Sie sind eine längst überfällige Antwort auf die moderne Arbeitswelt.

BetrVG: Schutzschild oder Korsett für moderne Betriebe?

Wenn Rechtsanwalt Witzel auf LinkedIn schreibt, dass alles, was keine erzwingbare Mitbestimmung vorsieht, nicht im Interesse der Arbeitnehmer:innen sei, klingt das nach klarer Haltung. Es klingt nach Schutz und nach Prinzipien. Ich respektiere diese Position. Dennoch halte ich sie für gefährlich verkürzt, weil sie eine komplexe Realität auf eine einzige Antwort reduziert.

Das Betriebsverfassungsgesetz stammt aus einer Zeit, in der Hierarchien stabil waren und Beschäftigte jahrzehntelang im selben Betrieb blieben. Trotz einzelner Anpassungen bleibt seine Grundstruktur bürokratisch und schwerfällig. Viele Regelungen wie starre Fristen, umfangreiche Formalien und lange Amtszeiten verhindern in der Praxis Beteiligung, statt sie zu ermöglichen.

Für Unternehmen, die heute remote, projektbezogen und international arbeiten, entsteht dadurch ein strukturelles Problem.

Natürlich brauchen Arbeitnehmer:innen Schutz. Natürlich ist erzwingbare Mitbestimmung in vielen Kontexten unverzichtbar. Wer jedoch behauptet, das BetrVG sei die einzig legitime Form der Beteiligung, blendet die Realität moderner Organisationen aus.


Alternative Mitbestimmung: kaum bekannt, aber für viele Betriebe ein echter Vorteil.


Mitarbeiterrat und Belegschaftsausschuss: Echte Beteiligung, andere Form

Wenn Unternehmen heute auf Mitarbeiterräte oder Belegschaftsausschüsse setzen, dann geschieht das nicht, um Mitsprache zu verhindern. Sie tun es, um echte Beteiligung schneller, passgenauer und näher an den Bedürfnissen der Belegschaft zu ermöglichen.

Ich habe über die Jahre zahlreiche Beteiligungsprozesse begleitet. Diese Erfahrungen zeigen eindeutig, dass alternative Mitbestimmung funktioniert, wenn sie gut und fair vereinbart wurde. Sie ist alles andere als „light“. Sie ist verbindlich, wirksam und oft näher an der gelebten Realität als formale Strukturen.

Partizipation entfaltet ihre Wirkung nicht, weil sie erzwungen wurde. Sie wirkt, weil sie ehrlich gemeint ist und als solche erlebt wird. Die Annahme, formale Rechte führten automatisch zu besseren Lösungen, ist empirisch nicht haltbar. Häufig entstehen stattdessen Bürokratie, Blockaden und Konflikte, die niemandem helfen. Die Qualität der Beteiligung hängt nicht vom Modell ab, sondern von der Kultur, die dahintersteht.

Mitbestimmung ohne Betriebsrat: Demokratie heißt Wahlfreiheit

Aus meiner Erfahrung heraus ist hier eine differenzierte Betrachtung notwendig.
Die Radikalität, mit der Rechtsanwalt und Betriebsratsberater Maximilian Witzel alternative Beteiligungsformen als „Mitbestimmung light“ abtut, greift zu kurz und verkennt, dass diese Modelle bereits heute in zahlreichen Unternehmen verbindlich, fair und sehr wirkungsvoll umgesetzt werden.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird. Die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften sinken seit Jahren erheblich. Viele Beschäftigte stimmen längst mit den Füßen ab und suchen nach neuen Formen der Beteiligung, die näher an ihrer Realität liegen.

Demokratische Mitbestimmung bedeutet, dass Mitarbeitende selbst aktiv werden können. Sie können ihren Mitarbeiterrat eigenständig aufbauen, sich Spielregeln geben, sich zur Wahl stellen und ein verbindliches Regelwerk mit der Unternehmensleitung vereinbaren. Dazu gehören klare Verfahren, transparente Prozesse und Schutzrechte für die Mitglieder des Gremiums.

Und noch etwas ist wichtig: Mitarbeitende in Deutschland sind nicht „rechtslos“, wenn sie sich für alternative Modelle entscheiden. Deutschland verfügt über eines der umfassendsten Arbeitsrechtssysteme weltweit, mit starken Schutzrechten, die unabhängig vom Modell der Mitbestimmung gelten.

Demokratie bedeutet Wahlfreiheit, solange echte Mitsprache, Transparenz und Verbindlichkeit gewährleistet sind.

Das Bild vom mächtigen Arbeitgeber, der Mitsprache um jeden Preis verhindern will, ist in vielen modernen Betrieben überholt. Unternehmen, die freiwillig alternative Gremien einrichten, tun das aus einem ureigenen Interesse. Sie wissen, dass gute Entscheidungen die Perspektive der Mitarbeitenden brauchen.


„Wir sehen viele Menschen, die mitmachen und mitgestalten wollen, denen ein Betriebsrat oft zu formalistisch und altmodisch ist. Immerhin ist das Betriebsverfassungsgesetz mit seiner mehr als 100-jährigen Geschichte ja auch nicht gerade für eine digitale Arbeitswelt geschrieben worden.“


Mitbestimmung ohne Betriebsrat bedeutet nicht automatisch Rechtlosigkeit. Schriftliche Vereinbarungen zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitervertretung können Verfahren, Rechte und Verbindlichkeiten klar regeln. Sie ersetzen keine gesetzlich zwingenden Mitbestimmungsrechte, doch sie schaffen in vielen Bereichen verbindliche und praxistaugliche Lösungen.

Mitarbeitende wollen heute mehr als das, was das BetrVG abdeckt. Sie wollen Mitsprache bei Kultur, Führung, Zusammenarbeit und Sinn. Für diese Themen ist das BetrVG nicht ausgelegt. Ein Mitarbeiterrat kann hier beweglicher sein. Ein Belegschaftsausschuss kann schneller reagieren. Beide können sehr wirkungsvoll sein, wenn der Wille zur echten Beteiligung vorhanden ist.

Was jetzt gebraucht wird: Modernes BetrVG und echte Wahlfreiheit

Mein Plädoyer ist kein Angriff auf den Betriebsrat. Wenn er funktioniert, ist er wertvoll und wichtig. Gleichzeitig sollten wir aufhören, ein einziges Modell als das einzig wahre zu betrachten, während wir ein Gesetz unverändert lassen, das in seiner Grundstruktur bürokratisch geblieben ist und nicht mehr zur Lebensrealität vieler Betriebe passt.

Was wir brauchen, ist ein modernisiertes BetrVG, das Beteiligung ermöglicht statt bremst. Zusätzlich sollten wir alternative Formen der Mitbestimmung als legitim anerkennen, solange sie echte Beteiligung, Transparenz und Verbindlichkeit sicherstellen.

Nicht jedes Problem lässt sich per Gesetz lösen. Wer das behauptet, macht den Menschen etwas vor. Gute Arbeit und faire Beteiligung sind das gemeinsame Ziel. Der Weg dorthin darf mehr als einer sein.


Alternative Mitbestimmung wirkt.
Wer jetzt handelt, gewinnt die Mitarbeitenden von morgen.


TIPP: Ursula Vranken unterstützt Unternehmen und Mitarbeiter beim Aufbau und der Etablierung alternativer Mitbestimmungsgremien. Ursula ist einer der Pionierin auf diesem Gebiet und kann auf umfangreiche Referenzprojekte verweisen. Sie steht allen Beteiligten bei der Implementierung des Gremiums mit Rat und Tat zu Verfügung steht. Fragen Sie uns an.