Man turning the word "Impossible" into "Possible"

Managen ohne Manager? Warum das keinen Sinn macht.

Spielen Sie mit dem Gedanken, Manager und Führungskräfte abzuschaffen und durch selbstorganisierte Teams zu ersetzen? Diskutiert wird dieser Weg aktuell auf vielen Podien, da sind Sie durchaus in guter Gesellschaft. Doch was ist wirklich dran an den Postulaten und der Idee, Manager durch Maker zu ersetzen? Ein Besuchsbericht.

Neulich auf einem Kölner Kongress. Auf der Agenda stehen Themen wie Zukunft und Veränderung. Ein Vortrag dreht sich dabei genau um die Frage: Braucht die Welt von Morgen überhaupt noch Manager? Das Publikum, bestehend aus Managern, Nachwuchsführungskräften und High Potentials, hört aufmerksam zu, warum „Managing without Managers“ das Führungsmodell der Zukunft ist. Und nimmt mit: Die Welt ändert sich. Alles wird viel flexibler und digitaler. Altes Denken ist out und die Manager von heute  planen und controllen zu viel. Mehr noch: Echte Innovationen sind Fehlanzeige, heutzutage denken Manager unentwegt nur an Geld  und ihren Status. Deswegen, so das Fazit des engagierten Referenten, kann man sie auch gleich abschaffen.

Machen ist in, Planen out

Der Manager von morgen, so der Referent, heißt  ” Maker”.  Da kommt die neue Generation Y gerade recht. Selbstbestimmtheit ist ihnen quasi in die Wiege gelegt. Daher muss man sie nur in Ruhe denken und arbeiten lassen, sie fair bezahlen, ihnen vertrauen und der Laden läuft. Planung gehört der Vergangenheit an, da ist der Referent sich sicher. Denn die Zukunft ist ohnehin immer weniger verlässlich planbar. Ohne Planung bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: das Machen. Intensives Grübeln darüber, was die eigenen Kunden glücklich macht zum Beispiel. Oder welche Probleme von morgen heute schon gelöst werden können. Die vielen motivierten Mitarbeiter der neuen Generation – die Maker – können das alles. Sie lieben die Arbeit, die sie tun und die Firma, für die sie arbeiten. Scheinbar von Zauberhand organisieren diese neuen Teams sich ganz von selbst. Die Firma wächst, die Stakeholder freut’s – Happy End inklusive.

Jetzt mal ehrlich, liebe Leser!

Glauben Sie das wirklich? Einfach alt gegen neu tauschen – und schon geht´s mit Hochdruck in Richtung Wachstum und Erfolg? Nicht, dass ich nicht auch ein großer  Freund von Partizipation, Delegation und Selbstorganisation bin. Aber das Aufbauen von einfachen Gegensätzen wie hier „die kontrollierenden (bösen) Manager von heute“ und dort „die selbstorgansierten (guten) Maker von morgen“ ist mir zu simpel. Selbstorganisation ist kein Selbstläufer! Meine Erfahrung zeigt, dass gerade diese Organisationsformen Führung ganz dringend brauchen – qualitativ, professionell und ernsthaft.

Mehr Führung wagen

Ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft nicht weniger, sondern sogar mehr Führung brauchen. Und vor allen Dingen bessere. Eine, die sich nicht auf Planung und Kontrolle beschränkt. Sondern eine Führung die PEOPLE MANAGEMENT als zentrales Anliegen begreift. Wir brauchen Manager, die Menschen motivieren und begeistern können. Manager, die weil sie empathisch und inspirierend sind als echte Rollenvorbilder – gerade auch für die jüngere Generation – taugen. Die gute Nachricht: Es gibt diesen Typ Manager heute schon. Ich rede von Managern, die nicht nur verantwortlich sind, sondern sich rundum verantwortlich fühlen.

Mehr gute Führung ist gefragt, nicht weniger oder gar keine. Beschwerden von Mitarbeitern kommen nie, weil es zu viel Führung gibt, sondern zu wenig gute Führung. Die Frage ist daher nicht, ob wir zukünftig mit oder ohne Manager arbeiten. Die Fragen lauten vielmehr: Wie gelingt es Unternehmen, ihre Führungskräfte systematisch auf diese Aufgaben vorzubereiten? Welche Unternehmenskultur braucht es, damit Mitarbeiter nicht nur mit gutem Willen, sondern vor allem mit sinnvollen Zielen und qualitativen Feedback geführt werden können? Bei der Suche nach den richtigen Antworten für genau Ihr Unternehmen unterstütze ich Sie gerne!

Warum gerade digitale Unternehmen eine starke Unternehmenskultur brauchen, lesen Sie auch im IPA- Interview mit dem eco-Geschäftsführer Harald Summa, erschienen im IPA Institutsbrief New Work & Empowerment.

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